Ausschreibung: Fellowships für Innovationen in der Lehre 2019 des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft – Bewerbungsfrist 12. Juli

Die Baden-Württemberg Stiftung, der Stifterverband und das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) schreiben Fellowships für Innovationen in der Hochschullehre aus. Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von bis zu 500.000 Euro zur Verfügung.

Die Ausschreibung erfolgt in drei Kategorien:
* Junior-Fellowships für Doktoranden, Post-Doktoranden und wissenschaftliche Mitarbeitern
* Senior-Fellowships für Juniorprofessoren, habilitierte Wissenschaftler und Professoren
* Tandem-Fellowships für Lehrende, die mit einem Hochschuldidaktiker oder einem Lehr-/Lernforscher oder mit einem Lehrenden aus einem anderen Studienfach oder von einer anderen Hochschule (auch im Ausland) kooperieren (Kein Tandem im Sinne der Ausschreibung sind Kooperationen von Hochschullehrenden, die im selben Studiengang tätig sind, beispielsweise von Fachwissenschaftlern und Fachdidaktikern im Rahmen der Lehrerausbildung).

Ziel des Programms ist es:
* Anreize für die Entwicklung und Erprobung neuartiger Lehr- und Prüfungsformate (beispielsweise Konzepte für forschendes oder problembasiertes Lernen oder zur Prüfung von Schlüsselkompetenzen) oder die Neugestaltung von Modulen und Studienabschnitten (beispielsweise der Studieneingangsphase oder von Praxisphasen, etwa unter dem Gesichtspunkt der Interdisziplinarität oder zunehmenden Diversität von Studierenden) zu schaffen;
* den Austausch über Hochschullehre und die Verbreitung der entwickelten Projekte durch eine Vernetzung der Fellows zu befördern;
die Auswirkungen der Innovationen auf den Lernerfolg und Kompetenzerwerb der Studierenden begleitend zu untersuchen und im Ergebnis sowohl zu einer systematischen Weiterentwicklung der Lehre in curricularer, didaktischer und methodischer Hinsicht als auch zur Professionalisierung und persönlichen Weiterentwicklung von Lehrenden im Sinne des scholarship of teaching beizutragen,
* zur Verstetigung innovativer Hochschullehre in den Hochschulen selbst beizutragen.
Bei den Fellowships handelt es sich um eine individuelle, personengebundene Förderung, die den Fellows Freiräume und Ressourcen für die Durchführung der Entwicklungsvorhaben verschafft. Bei einem Tandem-Fellowship teilen sich zwei Personen die Förderung. Die Vergabe mehrerer Fellowships für ein einzelnes Entwicklungsvorhaben ist ausgeschlossen.

Es wird erwartet, dass die Hochschule die Fellows aktiv unterstützt (zum Beispiel durch Freistellung für die Fellowtreffen und die Lehr-/Lernkonferenzen) und dass das Fellowship dazu beiträgt, eine dauerhafte fächernahe und/oder fächerübergreifende Diskussion über curriculare Entwicklungen und innovative Lehre an der Hochschule anzuregen.

Die Projektförderung soll im Jahr 2020 beginnen. Der Förderzeitraum der vom Stifterverband und der Baden-Württemberg Stiftung geförderten Fellowships bestimmt sich individuell nach dem Arbeitsplan des Projektes. Der Förderzeitraum der vom TMWWDG geförderten Fellowships endet am 31. Dezember 2021.

Die Fellowships sind je nach Kategorie dotiert mit:
* 15.000 Euro (Junior-Fellowships)
* 25.000 Euro (Senior-Fellowships)
* 30.000 Euro (Tandems)

Diese Summe ist zweckgebunden für die Anschubfinanzierung des geplanten Entwicklungsvorhabens. Das Fellowship umfasst neben der finanziellen Förderung folgende Programmbestandteile:

Ein zweitägiges Fellow-Treffen pro Semester, das dem gegenseitigen Austausch und der persönlichen Weiterentwicklung der Lehrexpertise dienen soll. Für die Dauer des Entwicklungsvorhabens ist die Teilnahme an diesen Treffen verbindlich. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Reisekosten werden von den Förderern übernommen. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich die Fellows.

Eine öffentliche Lehr-/Lern-Konferenz pro Jahr, bei der die Lehrvorhaben vorgestellt werden. Die Konferenzen sollen Impulse für den Transfer erfolgreicher Lehrvorhaben geben und den Diskurs über Hochschullehre in und zwischen den Studienfächern befördern. Von den Fellows wird eine zeitliche und inhaltliche Beteiligung an diesen Konferenzen erwartet.
Die von der Baden-Württemberg Stiftung finanzierten Fellowships können nur an Personen vergeben werden, die an Hochschulen in Baden-Württemberg lehren. Kooperationen mit Lehrenden außerhalb Baden-Württembergs im Rahmen eines Tandems sind indes möglich. Ausdrücklich werden diejenigen zur Bewerbung aufgefordert, die auch für den Landeslehrpreis Baden-Württemberg von ihrer Hochschule nominiert worden sind oder die sich innerhalb ihrer Hochschule für den Landeslehrpreis bewerben.

Die vom Stifterverband finanzierten Fellowships werden bundesweit ausgelobt und bevorzugt an Antragsteller außerhalb Baden-Württembergs vergeben.

Das TMWWDG lobt zwei Tandem-Fellowships für digital gestützte Lehrinnovationen aus. Diese können nur für Tandem-Kooperationen vergeben werden, bei denen mindestens einer der beiden Lehrenden an einer Hochschule in staatlicher Trägerschaft des Freistaats Thüringen tätig ist

Bewerbungsschluss: 12. Juli 2019

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Ausschreibung: Meyer-Struckmann-Preis für geistes- und sozialwissenschaftliche Europaforschung 2019 der Universität Düsseldorf – Einreichungsfrist für Nominierungsvorschläge 21. Juni

Die Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) schreibt seit 2006 den Meyer-Struckmann-Preis für geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung aus. Die Meyer-Struckmann-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung, insbesondere im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Er wird jährlich zu wechselnden Themen vergeben. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf der geistes- und sozialwissenschaftlichen Europaforschung.

Es werden Forschungsleistungen ausgezeichnet, die über Fachgrenzen hinaus wirken. Die Fakultät wendet sich an Universitäten, kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und fordert sie auf, geeignete Persönlichkeiten zu benennen. Eigenbewerbungen oder Bewerbungen aus der Heinrich-Heine-Universität sind ausgeschlossen.

Nominierungsformulare können im Dekanat der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität angefordert werden und stehen zudem zum Download auf der Webseite zur Verfügung. Dem Nominierungsvorschlag sind folgende Unterlagen gesondert beizufügen:
* eine kurze Begründung des Vorschlags
* ein wissenschaftlicher Lebenslauf der/des Nominierten
* eine Liste der wichtigsten Publikationen

Der Meyer-Struckmann-Preis 2019 wird im Herbst im Rahmen eines Festaktes von dem Vorsitzenden der Meyer-Struckmann-Stiftung und dem Dekan der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verliehen.

Einsendeschluss und Kontakt:
Die vollständigen Nominierungsunterlagen sollen spätestens bis zum 21. Juni 2019 an folgende Adresse geschickt werden:

Dekan der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Univ.-Prof. Dr. Achim Landwehr
Stichwort: Meyer-Struckmann-Preis 2019
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Fax.: 0211-81-12244
E-Mail: dekanat@phil.hhu.de

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CfP: Beiträge aus allen Bereichen der konstrastiven Linguistik für die int. Zeitschrift ESK Europäische Sprachen im Kontrast gesucht

Die Zeitschrift „Europäische Sprachen im Kontrast“ / „European Languages in Contrast“ lädt alle Sprachwissenschaftler/innen herzlich ein, Beiträge aus allen Bereichen der Kontrastiven Linguistik einzureichen. „Europäische Sprachen im Kontrast“ / „European Languages in Contrast“ ist eine internationale Zeitschrift, die sprachvergleichenden Studien zu einer oder mehreren europäischen Sprachen ein wissenschaftliches Forum bietet. Publikationssprachen sind Deutsch (bevorzugt), Englisch und Spanisch, alle Beiträge werden doppelt blind begutachtet.

Die Zeitschrift enthält ausschließlich Forschungsbeiträge in Aufsatzform und erscheint zweimal jährlich digital und in Printfassung. „Europäische Sprachen im Kontrast“ ist offen für Beiträge der theoretischen wie auch der angewandten Linguistik. Ebenso ist die Zeitschrift forschungsmethodologisch grundsätzlich für unterschiedliche Ansätze offen. Entscheidend für die Aufnahme ist die wissenschaftliche Qualität der Beiträge und die Voraussetzung, dass sprachvergleichend oder -kontrastierend unter Bezugnahme auf wenigstens eine europäische Sprache gearbeitet wird (also z.B. Japanisch – Deutsch, aber natürlich auch Spanisch – Englisch usw.). Auch kontrastiv-linguistische Betrachtungen zur Fremdsprachenvermittlung sind willkommen.

Die Beiträge sollten einen Umfang von 50.000 bis 70.000 Zeichen haben (inklusive Leerzeichen).

Bitte senden Sie Ihre Beiträge zur Begutachtung an die drei Herausgeber:
– Prof. Dr. Daniel Reimann, Universität Duisburg-Essen, E-Mail: editor.esk@uni-due.de
– Prof. Dr. Ferran Robles Sabater, Universitat de València, E-Mail: ferran.robles@uv.es
– Prof. Dr. Raúl Sánchez Prieto, Universidad de Salamanca, E-Mail: raulsanchez@usal.es

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Zeitschrift: www.springer.com/42767.

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Ausschreibung: Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz 2019 der Universität Vechta – Bewerbungfrist 15. Juli

An der Universität Vechta (University of Vechta) wird der Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz 2019 verliehen. Der Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz wird von dem Vechtaer Reiseunternehmen Höffmann Reisen GmbH gestiftet und jährlich von der Universität Vechta verliehen. Der Preis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 10.000,00 Euro dotiert.

Der Höffmann-Wissenschaftspreis ist Teil eines langfristig angelegten Programmes, ausgerichtet auf eine Förderung der interkulturellen Kompetenz. Sie ist der Schlüssel zu einem friedlichen und konstruktiven Miteinander von Menschen verschiedener ethnischer, kultureller und religiöser Herkunft, hilft Verbindendes zu erkennen und aus Besonderheiten zu lernen. Interkulturelle Fragestellungen sind in vielfältiger Weise integrativer Bestandteil wissenschaftlicher Forschung zahlreicher Disziplinen.

Der Höffmann-Wissenschaftspreis möchte das Werk einer/eines herausragenden Wissenschaftlerin/Wissenschaftlers auszeichnen, die/der wegweisende Arbeiten zu Themenfeldern der interkulturellen Kompetenz
vorgelegt hat. Das können sowohl Arbeiten sein, die sich dem Thema aus dem Blickwinkel einer einzelnen Disziplin widmen, als auch solche, die einen interdisziplinären Ansatz vertreten.

Die Nominierung erfolgt durch Vorschlag aus der Universitätsleitung oder Leitung einer Forschungseinrichtung, eine Eigenbewerbung ist nicht zulässig.
Der Nominierung sind beizufügen:
* eine ausführliche Begründung des Vorschlags
* je eine gutachterliche Stellungnahme zweier ausgewiesener Hochschullehrerinnen/Hochschullehrer
* ein tabellarischer Lebenslauf der/des Vorgeschlagenen
* und ein Verzeichnis ihrer/seiner bisherigen Publikationen.

Die Nominierung und die Unterlagen können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden. Die Richtlinien über die Vergabe des Preises und weitere Informationen sind auf der Homepage der Universität Vechta veröffentlicht (www.uni-vechta.de). Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Verleihung des Wissenschaftspreises erfolgt im Rahmen eines öffentlichen akademischen Festaktes an der Universität Vechta, der voraussichtlich im Januar/Februar 2020 stattfinden wird.

Die Nominierung ist bis zum 15. Juli 2019 an den Präsidenten der Universität Vechta zu richten (Rückfragen bitte an den wissenschaftlichen Leiter des Programms, Prof. Dr. Prof. h.c. Egon Spiegel: egon.spiegel@univechta.de).

Universität Vechta Höffmann-Wissenschaftspreis für Interkulturelle Kompetenz
Postfach 1553
49364 Vechta

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CfP: Beiträge für einen Sammelband zum Schwerpunkt „Kontinuitäten“ und Fokus auf die Themen „Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus“ des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena gesucht – Deadline für Abstracts 15. Juli

Die Herausgeber des 7. Sammelbandes mit Schwerpunkt „Kontinuitäten“ laden InteressentInnen herzlich ein, Abstracts zu den Themenschwerpunkten „Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus“ einzureichen. Deadline für Abstracts ist der 15. Juli.

Rechtspopulismus, Rassismus und Antisemitismus erleben spätestens seit dem Anstieg der Fluchtmigration im Jahr 2015 eine Konjunktur. Doch nationalistisches und rechtsradikales Denken sind kein Resultat der „Flüchtlingskrise“, sondern haben ihre Wurzeln in einer langen Tradition rechter Ideologie in Deutschland, die den Nationalsozialismus überdauert hat und bis heute fortwirkt.

* Wie haben sich Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung in der Nachkriegszeit verändert und wo sind ihre historischen Wurzeln zu finden?
* Wie wurden und werden bestimmte soziale Gruppen institutionell und gesamtgesellschaftlich marginalisiert und ausgeschlossen?
* Welche Versäumnisse sind den jeweiligen Erinnerungskulturen der alten BRD, der DDR und dem wiedervereinigten Deutschland anzulasten?
* Wie wurde und wird die Erinnerung an den Nationalsozialismus abgewehrt?

Diese und weitere Fragestellungen wird der siebte Band der Schriftenreihe „Wissen schafft Demokratie“ unter dem Überbegriff „Kontinuitäten“ behandeln. Der Sammelband erscheint im zweiten Quartal 2020 und wird herausgegeben vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) mit Sitz in Jena.

Interessierte Autor*innen diverser Disziplinen sind eingeladen wissenschaftliche Artikel sowie Praxis- und Recherchebeiträge beispielsweise zu folgenden Themen einzureichen:
* Kontinuitäten und Wandel rechtsradikaler Motive, Ideologien, Räume, Strukturen von 1900 bis heute
* Stationen rechter Gewalt/Rechtsterrorismus in Deutschland 1945 bis heute
* Wahlkreisanalysen im historischen Vergleich
* Vorurteile, Rassismus und Diskriminierung gesellschaftlich marginalisierter Gruppen nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands (institutionell, auf Bevölkerungsebene)
* Fortbestand des Antiziganismus
* Traditionen des Antifeminismus
* Kontinuität und Wandel des Antisemitismus nach 1945
* Marginalisierung von Jüd*innen, Antisemitismus und Antizionismus in der DDR
* Schlussstrichdebatten, Relativierung und Revisionismus des NS
* Abwehr der Erinnerung an den Nationalsozialismus aus sozialpsychologischer und psychoanalytischer Sicht
* Fortdauernde Marginalisierung und Stigmatisierung gesellschaftlicher Gruppen (Sint*eza und Rom*nija, Menschen mit Behinderung, sog. Kriminelle und „Asoziale“) in der Erinnerungskultur/ Aufarbeitung des Nationalsozialismus 1945 bis heute
* Kontinuitäten sozialer Kämpfe und emanzipatorische Fortschritte im Sinne der
Menschenrechte
* Rezensionen aktueller einschlägiger Publikationen

Die Schriftenreihe richtet sich an Forschende und Praktiker*innen, daher wird ein auch für Nichtakademiker*innenverständlicher Schreibstil erwartet.
Interessierte senden bitte bis spätestens zum 15. Juli 2019 ein Abstractim Umfang von max. 300 Wörtern an anja.thiele@idz-jena.de. Die Abstracts werden redaktionell gesichtet. Autor*innen ausgewählter Abstracts werden schnellstmöglich eingeladen ein Manuskript (max. 20.000 Zeichen
ohne Literaturverzeichnis) bis zum 30. November 2019 einzureichen. Diese werden anschließend begutachtet. Die ausgewählten Beiträge erscheinen voraussichtlich im zweiten Quartal 2020.

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen! Falls Sie noch weitere Fragen zu diesem Call for Papers haben sollten, wenden Sie sich bitte ebenfalls an anja.thiele@idz-jena.de.

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Ausschreibung: Kulturassistentenprogramm 2019 des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in Stuttgart – Bewerbungsfrist 15. Mai

Das Kulturassistenten-Programm 2019 ist ein projektbezogenes Förderprogramm des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) für Vereine, Verbände und Redaktionen der deutschen Minderheiten und für Nachwuchskräfte aus dem Kulturmanagement, Medien und aus der Jugendbildung.

In einem Zeitraum von mindestens sechs Wochen bis zu höchstens sechs Monaten erhält ein Kulturassistent* ein Stipendium, um an der antragstellenden Organisation ein besonderes Projekt oder ein Entwicklungsvorhaben im Kultur-, Jugend- oder Medienbereich durchzuführen. Die Verantwortung für die Durchführung und den Erfolg der Programmlaufzeit liegt weitestgehend in der Hand der Institution und des Kulturassistenten. Der Stipendiat wird vom ifa
während der Programmlaufzeit durch ein Qualifizierungsangebot und individuelle Beratung bei der Planung und Durchführung der Projekte begleitet.

Leistungen des ifa:
* Stipendium in länderabhängiger Höhe von 300 € bis zu 500 € monatlich über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen bis maximal 6 Monaten,
* Weiterbildungsseminar für den Stipendiaten im Rahmen des Programms,
* Bilanzierungsgespräch nach Abschluss aller Projekte innerhalb des Programms.

Voraussetzungen/ Leistungen der antragstellenden Organisation:
* Der Antragsteller ist ein Verein, Verband oder eine Redaktion der deutschen
Minderheit aus Polen, Rumänien, Serbien, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Kroatien oder Slowenien oder eine Organisation, die eng mit der deutschen Minderheit in diesen Ländern zusammenarbeitet.
* Der Antragsteller plant ein Entwicklungsvorhaben oder hat eine Projektidee, für welche er zeitlich befristet zusätzliche personelle Unterstützung benötigt.
* Der Antragsteller gewährleistet die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes und die Bereitstellung von Kommunikationsmitteln (Computer, Telefon, Mailadresse)
samt anfallender Kosten für das Entwicklungsvorhaben.
* Der Antragsteller benennt einen Ansprechpartner in der Gastinstitution, der den Stipendiaten einarbeitet und während der Stipendienlaufzeit beratend zur
Seite steht.
* Der Antragsteller nimmt den Stipendiaten in die Strukturen der Institution auf und lässt ihn an Teamsitzungen und Besprechungen teilnehmen.
* Der Antragsteller gewährleistet, dass der Stipendiat nicht in die tägliche Arbeit und Linienaufgaben der Institution eingebunden wird, um seine Kapazitäten
vollständig dem Projekt oder Entwicklungsvorhaben zu widmen.
* Der Antragsteller gewährleistet eine eigenständige Ausschreibung und ein offenes Bewerbungsverfahren mit einer Auswahlkommission für den Stipendiaten.

Voraussetzungen des Stipendiaten:
* Nachwuchskraft der DMi oder aus deren Umfeld
* Sehr gute Deutschkenntnisse
* Bereits erste praktische Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Jugend-, Kultur- oder Medienprojekten
* Interesse, sich längerfristig in der Institution zu engagieren

Ablauf:
Interessierte Vereine, Verbände oder Redaktionen der deutschen Minderheit können sich mit einem Antrag auf eine Kulturassistenz bewerben. Das ifa trifft in Abstimmung mit dem jeweiligen Dachverband der Minderheit sowie der Auslandsvertretung, vorbehaltlich der Mittelbewilligung durch das Auswärtige Amt, eine Auswahl. Die Bewerber werden per Mail über den Bescheid informiert. Die ausgewählten Organisationen schreiben das Stipendium öffentlich aus und wählen einen Stipendiaten aus. Die Bewerberauswahl erfolgt in Abstimmung mit dem ifa. Je nach Programmlaufzeit nimmt der Stipendiat ab dem 1. Juni seine Tätigkeit in der Gastinstitution auf.

Es wird mit allen drei Beteiligten (Institution, Stipendiat/in, ifa) eine Kulturassistentenvereinbarung abgeschlossen. In Abstimmung mit der ifa-Regionalkoordination erstellen der Ansprechpartner der Organisation und der Stipendiat eine schriftliche Zielvereinbarung. In der Zielvereinbarung werden
die Aufgaben und Maßnahmen des Stipendiaten erarbeitet. Das Weiterbildungseminar für die Stipendiaten wird vom ifa organisiert. Das Seminar wird zum einen als Plattform für den Austausch und die Vernetzung der Stipendiaten dienen und zum anderen wird es eine inhaltliche Schulung zu einem relevanten Thema anbieten. Mögliche Fortbildungsthemen sind z.B. Führung und Motivation von Jugendgruppen und ehrenamtlichen Teams, Moderationsmethoden, Zeitmanagement, Konfliktmanagement, Fundraising, Projektmanagement, Projektentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Interkulturelle Kommunikation sowie Train-the-Trainer-Seminare. Das Thema wird unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und der Interessen der Stipendiaten ausgewählt.

Zum Programmabschluss findet ein Bilanzierungsgespräch in der Gastinstitution statt, an welchem das ifa teilnimmt. Dabei werden die Erfahrungen und das Entwicklungsvorhaben gemeinsam ausgewertet. Der Kulturassistent schreibt am Ende außerdem einen Abschlussbericht, in dem die Erfahrungen während der Kulturassistenz festgehalten werden. Das Kulturassistentenprogramm wird vorbehaltlich der Mittelbewilligung durch das Auswärtige Amt durchgeführt.

Bewerbungsfrist 15. Mai

Kontakt
Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)
Charlottenplatz 17
70173 Stuttgart
Programmkoordination: Linda Khan
E-Mail: khan@ifa.de
Telefon: 0711-2225.145

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CfP: Beiträge für das Rahmenthema Kollektivität in der „Gesellschaft der Singularitäten“ der Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft (ZKKW) gesucht – Deadline für Abstracts 15. Juni

Die Herausgeber der Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft (ZKKW) haben einen Call for Papers für die Ausgabe 6/1 (2020) zum Rahmenthema Kollektivität in der „Gesellschaft der Singularitäten“ herausgegeben.

Räumliche Nähe verliert an Bedeutung für Sozialisation und soziale Beziehungen. Als Gründe dafür werden stichwortartig globale Mobilität und Digitalität angeführt. War der Erfahrungskontext einst begrenzt durch die Kontakträume, Freizeitangebote und Bildungsinstitutionen vor Ort, nehmen heute darüber hinaus gehende Faktoren Einfluss darauf, was wir erleben, lernen, mit wem wir interagieren und Gruppen bilden. Anders formuliert: Per Mausklick lassen sich soziale Beziehungen über große Distanzen eingehen und pflegen, auf globale Trends und Moden kann man ubiquitär zugreifen, und das, was einst als fern, kulturell anders oder exotisch verstanden wurde, kommt über den Bildschirm zu uns nach Hause.

Daraus scheinen zwei Konsequenzen zu folgen: Zum einen scheint die Bedeutung von Kollektivität im Realraum zu sinken. Individuen sind auf die Angebote lokaler Gruppen weniger angewiesen und deren bindenden Einfluss in geringerem Maße ausgesetzt. Das erhöht zum anderen die Wahlfreiheit jedes Einzelnen, der sich einer wahren Schwemme möglicher Ich-Offerten gegenüber sieht. Angesichts dieses Angebotsüberschusses fürchtet das Individuum, seine Kenntlichkeit zu verlieren. Verlust an Gemeinschaft, Individualisierung, Identitätsdiffusion lautet die eine Diagnose. Die andere bescheinigt den herkömmlichen Beschreibungskategorien der Sozialwissenschaften – Klassen, Schichten, Milieus – Gültigkeitsverlust. Sie sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, die soziale und kulturelle Pluralität unangemessen zu homogenisieren. Kritiken an zu weit gehenden Individualisierungsdiagnosen verweisen darauf, dass Gemeinschaftsbildung anthropologischen Bedürfnissen entspringt. Sie verschwindet nicht unter den Bedingungen von Globalität und Digitalisierung, sie verändert und vervielfältigt nur ihre Prozesse und Formen. Das Ergebnis ist keine Gesellschaft aus vermeintlich einzigartigen, atomisierten Individuen, sondern eine Gesellschaft unzähliger „Neogemeinschaften“, in denen sich die vielfältigen Interessen und Bedürfnisse bündeln – eine „Gesellschaft der Singularitäten“ (Reckwitz).

Digitale und realräumliche Kollektivierung stehen dabei in Wechselwirkung. Einerseits mögen sich online aufgrund einer ausgefallenen Präferenz gebildete Kollektive entschließen, ganz herkömmliche Kollektivitäten vor Ort zu bilden (z.B. Vereine). Andererseits erlaubt die Digitalität (z.B. ihre Kommunikationsgeschwindigkeit), neue Formen von Kollektivität (z.B. den Flashmob) zu entwickeln. Zugleich scheint die Frage zurückzukehren, ob sich unter der bunten Oberfläche konsumbedingter Lebensstilpluralisierung nicht doch bei vielen Menschen Gleichartigkeiten der Lebensführung identifizieren lassen, die auf ökonomische Zwänge zurückzuführen sind.

Das würde bedeuten, dass mit Individualisierung oder Singularisierung vor allem eines nötig wird: neue Vokabulare und Theorien der Kollektivität, um die registrierbare Vielfalt wissenschaftlich noch beschreiben und erklären zu können.
Die Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft ruft für ihre Ausgabe 6/1 zu Beiträgen auf, die sich mit theoretischem und/oder empirischem Schwerpunkt den sich auflösenden oder neu entstehenden Formen von Kollektivität auseinandersetzen. Folgende Themen und Aspekte könnten dabei im Mittelpunkt stehen:
* neue Formen und neue Terminologien der Kollektivierung
* Neogemeinschaften/Neotribes (Maffesoli) als singularisierte Kollektive
* die Frage nach der Auflösung von Gesellschaften durch neue Kollektivitäten – und der wissenschaftliche (Un)Sinn des Gesellschaftsbegriffs
* die (Un)Möglichkeit digitaler Kollektivgebilde, dennoch realräumlich zu interagieren bzw. die Funktionen der realräumlichen zu übernehmen
* Tendenzen zur Rückbesinnung auf realräumliche Kollektivformen
* neue Praktiken kollektiver Zuschreibungen und der Bedarf der Praxis an solchen.

Interessentinnen und Interessenten bitten wir um die Einsendung entsprechender Abstracts (Word oder PDF) von ca. 1 bis 2 A4-Seiten bis zum 15. Juni 2019 an: forschungsstelle.kollektiv@ur.de

Weiteres Verfahren:
* 15. Juli 2019: Bekanntgabe der Entscheidung
* 15. Januar 2020: Einreichung der Manuskripte
* Ende Februar 2020: Rückmeldung zum Manuskript oder Fahne zur Kontrolle
* Publikation voraussichtlich Mai/Juni 2020
* Informationen zur Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft (ZKKW)

Die Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft ist das Forum einer neuen Forschungsperspektive, welche die Kulturwissenschaft zur Kollektivwissenschaft erweitert. Diese Perspektive lenkt den Blick auf das Kollektiv als Kulturträger und dient damit zum einen der praktischen Kulturforschung und gewährt zum
anderen neuartige Einblicke in das Wesen des Sozialen. Sie erscheint seit 2015 zweimal jährlich.

Die Forschungsstelle ist eine wissenschaftliche Einrichtung an der Universität Regensburg. Sie widmet sich der Förderung der Kollektivwissenschaft und wird von der Universität und der Hansen-Stiftung finanziert. Die Forschungsstelle besteht aus einer Geschäftsführung und fünf Mitgliedern, die als wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift fungieren.

Links:
* Homepage der Forschungsstelle Kultur und Kollektivwissenschaft: www.forschungsstelle.org
* Homepages der Zeitschrift für Kultur- und Kollektivwissenschaft:
* Forschungsstelle: https://www.uni-regensburg.de/sprache-literatur-kultur/kulturkollektivwissenschaft/
zeitschrift/index.html
*bei transcript: https://www.transcript-verlag.de/zeitschriften/zeitschrift-fuer-kultur-undkollektivwissenschaft/?
f=12320

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CfP: Nordic Intercultural Communication conference „How should we live in cultural diversity? Building sustainable communities in times of fear!“ at Vidzeme University of Applied Science (North-East of Riga) – Submission deadline 1st September

Vidzeme University of Applied Sciences invites you to participate in the 26th Nordic Intercultural Communication conference from 28th-29th November with the topic „How should we live in cultural diversity? Building sustainable communities in times of fear!“. The conference will be held in Valmiera – a more than 700 years old Hanseatic town located about 100km North-East of Riga. The conference language is English.

This time the overarching theme of the conference is centred on exploring cultural diversity and intercultural sustainability. The conference predominantly but not exclusively addresses the intercultural communication challenges and opportunities as illuminated, for instance, by international migration and diversity. Unfortunate by-products of these processes often are anger, fear, and societal division. Thus, the conference seeks to foreground the understanding of ways in which communities could be both diverse and integrated. The specific emphasis is on the notion of joint living in instead of merely with diversity in a variety of realms e.g. in the practices of everyday interaction, education, policymaking, language and communication training, media, and so forth. Contributions from seasoned scholars as well as from students and practitioners interested in the various aspects of culture and communication are encouraged. The potential forms of participation include individual presentations of either fully developed papers or work in progress, as well as panels and workshops. Concerning publication, the participants are invited to submit articles for peer review to the Journal of Intercultural Communication.

This call for papers is addressed to scholars and practitioners focusing on but not limited to the following themes:
• Culture, communication and civic participation
• Building trust in societies
• Methods and practices of communicating, cultivating, and negotiating cultural diversity
• Cultural diversity in relation to education and pedagogy, training and management
• Intercultural aspects of migration and diasporic life
• Language training and cultural diversity
• Personal relationships across culturally diverse contexts
• Media, cultural diversity, and sustainable communities

During the conference, the 3rd ESPAnet Baltics annual meeting section “Social policy responses to the turbulence of the modern world – values, action, and communication” will take place and also invites proposals. More about the organization itself can be found at https://blogg.hioa.no/espanet.

Presentation proposals should follow the abstract format of approximately 500 words (including title and reference information). Panel proposals should also be approximately 500 words, including rationale, a list of proposed participants as well as their individual contribution.

The submission system will open on 1st June 2019 at http://va.lv/en/nic-conference. Submission deadline is 1st September 2019. We look forward to seeing you in Valmiera!

The 26th NIC conference is organized by the Faculty of Society and Science at the Vidzeme University of Applied Sciences. For further inquiry, you are welcome to contact the chair of the organizing committee Liene Ločmele at liene.locmele@va.lv.

Please see the website for further information

CfP: Special Issue „Intercultural Encounters“ in the journal „Etudes Phénoménologiques / Phenomenological Studies“ – Deadline for submissions 1st November

The journal „Etudes Phénoménologiques / Phenomenological Studies“ is seeking submissions in English and French for its fifth issue on the topic “Intercultural Encounters”.

Possible topics include, but are not limited to:
* Encounters between phenomenology and other schools or trends
– Phenomenology and non-Western Thought, such as the reception and application of phenomenology in Eastern thought, Native American thought, Islamic thought, Latin American philosophy, etc.
– The place and role of non-Western thought in phenomenology (for example, in Husserl, Heidegger, Ricœur, Levinas, Merleau-Ponty, Derrida)
– Phenomenology and philosophy of culture, comparative philosophy

* Phenomenological treatment of intercultural phenomena, such as
– Postcolonial identity
– Migration
– Citizenship in a global world
– Dialogue across cultures
– Hospitality beyond national borders
– Cultural difference and kinds of “Otherness” (social, economic, political, etc.)
– History as intercultural heritage or burden

Études Phénoménologiques – Phenomenological Studies is a new yearly peer-reviewed journal publishing articles in French and English both in print and online. The publication of the new journal is the result of a collaboration between the Centre d’Études Phénoménologiques of the Université catholique de Louvain and the Department of Philosophy at Marquette University. It is published by Peeters and edited by Pol Vandevelde and Danielle Lories.

The journal also accepts free submissions, not related to the topic of the issue, for its Varia section. Submissions should be original, not submitted elsewhere, and prepared for blind review. Manuscripts should not exceed 9,000 words (60,000 characters), including notes and references. A brief abstract (150-200 words) and 5 keywords in English should be placed at the beginning of the paper.

The deadline for submission is 1st November 2019.

Manuscripts should be submitted only in electronic version as an email attachment to one of the following addresses:
– Texts in English: to be sent topol.vandevelde@marquette.edu – – Textes en français: à envoyer à etudes-pheno@uclouvain.be

More information at:
– English:
http://www.marquette.edu/pheno-studies/index.php
– French:
https://uclouvain.be/fr/instituts-recherche/isp/cep/etudes-phenomenologiques-phenomenological-studies.html

Please see the website for further information

CfP: Neue Ausgabe mit Themenschwerpunkt „Beziehungsweise(n) – Affektive Relationen und Relationalität in den romanischen Kulturen“ der Zeitschrift apropos – Perspektiven auf die Romania (3/2019) – Deadline für Abstracts 15. Juni

Die Herausgeber der Zeitschrift apropos – Perspektiven auf die Romania an der Universität Hamburg laden Interessent*Innen herzlich dazu ein, Beiträge für die neue Ausgabe (3/2019) mit dem Schwerpunkt „Beziehungsweise(n) – Affektive Relationen und Relationalität in den romanischen Kulturen“ einzureichen.

Der Werbeslogan der Dating-Site Parship „Alle 11 Minuten verliebt sich ein Single…“ kann als das affektive Mantra einer Generation von digital natives und auch immigrants verstanden werden, das sie anspornt, auf tindr, grindr und Co medial in Beziehungen variierender Dauer zu treten; es kann auch als modus vivendi einer digitalen Ära begriffen werden.

Ausgehend von dieser Beobachtung scheint es, dass die mediale Entfaltung und Repräsentation der eigenen Persönlichkeit immer mehr ins Zentrum des Alltags rückt und networking als Lebensweise zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein Paradigma der Bezüglichkeit(en), der Arbeit an und für Beziehungen (Relationen) und der Verwiesenheit (Relationalität) des Selbst auf Andere kann in diesem Sinne als bestimmend für die Mediennutzung der 2010er Jahre herausgestellt werden. Im Dossier Beziehungsweise(n) – Affektive Relationen und Relationalität soll das medial gespeicherte, prozedurale und in Medien repräsentierte Wissen affektiven Zu-Einander-In-Beziehung-Setzens für die Literatur und Medienkultur der Romania aus einer transdiziplinären kulturwissenschaftlichen Perspektive sowohl historisch als auch systematisch untersucht werden.

Affekte und ihre performativen Effekte sind in den letzten Jahren, den sogenannten performative und affective turns folgend, zu einem intensiv beforschten Thema der Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaften geworden. Als ein besonders relevanter Aspekt kristallisiert sich für dieses Feld ein Verständnis von Affekt als historisch konstituiertes und medial vermitteltes Scharnier nicht nur zwischen Sozialem und Subjektivem heraus – als Modulation des Sozialen im kulturellen Artefakt, das sich zwischen Produktion und Rezeption verorten lässt –, sondern auch als eine sozial- und ästhetisch-relationale Bewegung. Dies wirft eine Reihe literatur-, medien- und kulturwissenschaftlich relevanter Fragen zur Funktionsweise und Kommodifizierung von Affekten, zur (De )Legitimierung bzw. Normierung von Relationen oder auch von medialen Tropen und structures of feelings auf, die soziohistorisch konstituiert sind und bis in die mediale Produktion der Gegenwart nachwirken.

Mithilfe der Denkfigur der Beziehungsweise(n) soll ein Ausgangspunkt für die Beschreibung und Theoretisierung jener Relationen und Relationalitäten in ihren soziokulturellen, historischen und gegenwärtigen Dynamiken, aber auch in ihrer ästhetisch modellierten Performativität gefunden werden. Ziel des Dossiers ist es, eine Ästhetik und soziokulturelle Praxis der „Beziehungsweise(n)“ zu denken, die nicht nur im Verhältnis der Medien zueinander, in der Verbundenheit intramedial agierender personae und mit den Rezipient*innen besteht, sondern die sich auch in den Lebensweisen der Rezipient*innen selbst widerspiegelt und sich somit auf ihr affektives Handlungswissen auswirkt.

Einerseits stehen Repräsentationen dieses Affektwissens über Zusammenleben und Zusammengehörigkeit im Fokus der Betrachtung. Es manifestiert sich in den verschiedensten Medien in Form einer Ästhetik, die zum einen die Wahrnehmung von Beziehungen und der in ihnen verarbeiteten Affekte zugleich repräsentiert und steuert, zum anderen jedoch auch deren je spezifische Machart und Tradierungsweise zur Anschauung bringt. Gerade Medien in ihrer digitalisierten (Weiter-)Entwicklung transferieren konventionelle Formen der Fremd- und Selbstbezüglichkeit, des Austauschs zwischen Subjekten und Objekten in neue Räume und Dispositive, deren Funktionsweisen es auszuloten gilt.

Andererseits fordern die Ästhetiken relationalen Wissens in ihrem diachronen und synchronen Auftreten die Frage nach der Sichtbarkeit, Distribution und Hierarchisierung von Affekten im sozialen Zusammenleben heraus und wirken somit auf unsere Vorstellungen dessen zurück, was zu einem bestimmten historischen Moment als – sei es statische oder dynamische – Relation verstanden werden kann und darf. Ein Schwerpunkt des Dossiers soll demnach die Analyse von Transformationsprozessen affektiver Relationalität, ihrer Geschichtlichkeit und Prozessualität sein. Beziehungen sind ebenso wenig wie Intertextualitäten natürliche oder statische Gegebenheiten, sondern dynamische, kulturell verortete und historisch gewachsene Größen, die durch affektive Akte erst performativ hervorgebracht werden.

Besonders in den romanischen Kulturen lassen sich immer wieder Momente und Phänomene beobachten, die sich affektiv und affizierend über Europa und nach Übersee ausbreiteten: seien es der altokzitanische fin‘amors oder das bittersüße Affektmodell Petrarcas, die medial ausdifferenzierte und effektvolle Theatralität des spanischen Barock oder die Kultivierung melodramatischer Affekte in der italienischen Oper, das subversive Spiel der Avantgarden mit den Affekten oder die ersten Filmvorführungen vor einem angeblich fliehenden Publikum, das angesichts der perfekten Illusion eines heranfahrenden Zuges in Schock versetzt wurde. Daher bieten sich die Romania und die romanistische Kulturwissenschaft als geeignete Ausgangsorte, von denen aus Affekte und ihre Effekte in ihren diversen Relationen untersucht werden können.

Beziehungsweise(n) sollen im Dossier in verschiedenster Hinsicht ausdifferenziert und perspektiviert sowie anhand unterschiedlicher Medien (Texte, Filme, Theater, darstellende Kunst u. a.) analysiert und theoriegeleitet reflektiert werden. Beiträge aus dem Kanon der romanistischen Disziplinen, aber auch aus Inter- und Transdisziplinen wie Bild-, Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Performance, Gender und Queer Studien, Soziologie u. a. sind sehr willkommen. Neben klassischen Artikeln werden auch multimediale Publikationsformen und Essays angenommen.

Beiträge mit folgenden Themenschwerpunkten sind besonders erwünscht:
* Relation/alität und Rezeption
* Affekt und Narratologie
* Dramaturgie und (Re)Präsentation von Affekten
* Affekte der/als Intertextualität
* Inter-/Intramediale Relationen und Relationalität
* Affekte als poietische Motivation (Lebensweise / Nation Building)
* Beziehungsweise(n) als genealogisches Prinzip
* Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

Einsendung der Abstracts (max. 500 Wörter, zzgl. Bio-Bib.): 15. Juni 2019.
Die Abstracts stellen neben der Arbeitsthese die methodischen Zugänge sowie das ausgewählte Corpus (Objekt/Film/Aufführung u.a.) dar. Rückmeldung über Annahme: (spätestens) 30. Juni 2019.

Einsendung der Beiträge: 30. Juni 2019.

Autor_innenrichtlinien: https://journals.sub.uni-hamburg.de/apropos/guidelines

Erscheinungsdatum der Ausgabe: 12/2019

Kontakt: behrens@apropos-romania.de; valerie.kiendl@uni-wuerzburg.de

Bei weiteren Fragen zur Spezifizierung Ihres Artikels oder zum Open-Access-Format wenden Sie sich gerne an uns.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und verbleiben

Mit herzlichen Grüßen
Christoph Behrens & Valerie Kiendl
Die Dossier-Herausgeber*innen

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